Mit 16 habe ich gepostet : Dieser Blog wird eines Tages still stehen - Entweder weil ich tot bin oder weil ich glücklich bin. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir sicher, dass ich in 3 Monaten tot sein werde. Dass ich mir die Pulsadern aufgeschnitten haben werde, weil ich die Leere in mir nicht mehr ertragen habe. Ich war fest davon überzeugt, dass ich diese Welt verlasse. Ich hätte es in Kauf genommen, dass all jene Menschen, denen ich wichtig bin, unfassbares Leid durch meinen Tod erfahren, nur damit ich diese alles verschlingende Leere nicht mehr fühlen müsste. Ich war übersät von Selbstverletzungen, meine Beine, Knöchel und Arme bluteten täglich. Fast jeden Tag war Alkohol und Antidepressiva in meinem Blut. Mein Leben war reduziert auf die Leere in mir.
Doch jetzt, 4 Jahre später, stehe ich hier. Und dieser Blog wird nicht still stehen, weil ich gestorben bin, sondern weil ich lebe. Weil ich mehr lebe, als ich es je getan habe. Weil ich eine strahlende Zukunft vor mir habe. Weil ich so viele, so schöne neue Gründe gefunden habe, für die es sich lohnt zu leben. Weil ich es geschafft habe, die Leere in mir zu füllen. Weil ich die Schatten in meinem Kopf vertrieben habe, und zwar für immer. Ich habe geweint, ich habe geschrieen, ich habe gelitten, ich habe Angst gehabt, ich war hysterisch, ich war traurig, ich war wütend, ich habe gelacht, ich habe gekämpft. Und jetzt stehe ich hier, und bin so stolz auf mich. Bin so glücklich mit mir und meinem Leben. 2018 ist das Jahr, dass für mich ein Ende, ein Abbruch und Umbruch ist. Therapie, Freundin, Freunde, Drogen, hinter all diesen Dingen steht nun ein Schlussstrich, der mir diese wundervolle neue Möglichkeit gibt. Ich stehe nun hier und habe es geschafft mir meinen langjährigen Traum zu erfüllen. Ich studiere Psychologie. In Österreich. Diese zwei Sätze wiederholen sich seit dem Tag, an dem ich das Ergebnis des Aufnahmetests erfahren habe, ständig in meinem Kopf. Und sie lösen das breiteste Lächeln in mir aus, dass ich je gezeigt habe.
Mir steigen Tränen in die Augen, wenn ich an all das denke, was ich überstanden habe. Was ich überwunden habe. Und jetzt ist es an der Zeit, diesem Teil hier von mir Tschüss zu sagen. Dieser Blog ist der letzte Faden, an dem mein altes Ich noch hängt. Ich werde ihn nie vergessen, dafür war er zu wichtig. Das hier war mein Rückzugsort, meine Möglichkeit mich auszudrücken, meinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Ich bin hergekommen, um zu weinen, um leer auf den Bildschirm zu starren, um mich verstanden zu fühlen, um mich selbst zu verstehen, um zu überleben.
Doch diesen letzte Faden werde ich jetzt auch kappen, denn meine Zukunft scheint zu hell, um so einen dunklen Teil mitzunehmen.
Ich hab nie damit gerechnet, diesen Satz vollkommen aufrichtig und ernst zu sagen, aber hier ist er nun:
Ich bin glücklich.
Danke für alles Tumblr.
-Philipp
September is a softer month. One in which I know that good things are coming and Autumn’s in the air where I can feel the kindness of it in my soul.
“Everyone has their weak spot. The one thing that, despite your best efforts, will always bring you to your knees, regardless of how strong you are otherwise.”— Sarah Dessen (via quotemadness)